Seminar in Korntal – Atemschutznotfall

Wie wir euch schon berichteten (Atemschutzseminar in Korntal), war es in Korntal ein lehrreiches Seminar.

Hier nun der Bericht zum Seminar „Atemschutznotfälle“, dass vom Team von Atemschutzunfälle.eu geleitet wurde.

 

 

SMS –Schema

Das SMS-Schema war ein Teil des Brandbekämpfungsseminars aber weil es zum Atemschutznotfall passt, berichten wir hier darüber.

Bedeutung:

S = Strahlrohr sichern! Zum Eigenschutz für sich und das verunfallte Truppmitglied um z.B. die Möglichkeit eines Rückzuges zu sichern und sich vor den Flammen zu schützen.

M = Mayday-Meldung abgeben! Dabei geht es darum, dass der Gruppenführer Bescheid weiß und zusätzliche Hilfe in Form des Sicherheitstrupps zu dem in Not geratenen Trupp schickt um eine Rettung des Trupps zu ermöglichen und die Notlage anzuzeigen. Die Mayday-Meldung sollte nach FwDV 7 wie folgt aussehen:

Kennwort:

mayday; mayday; mayday

Hilfe suchende Einsatzkraft:

Hier <Funkrufname>

<Standort>

<Lage>

Gesprächsabschluss:

m a y d a y – kommen!

Der Ausdruck „Mayday“ wurde dafür absichtlich gewählt, da er sich vom üblichen Funkverkehr abhebt und dadurch sofort auffällt.

S = in Sicherheit bringen! Damit ist gemeint, dass wenn möglich der/die zweite Kamerad/Kameradin das verunfallte/verunglückte Mitglied des Trupps diesen aus dem Gefahrenbereich bringt bzw. ihn schützt.

 

LAGE – Schema / Luftversorgung wiederherstellen

An dieser Station ging darum die Luftversorgung eines verunglückten Truppmitglieds wiederherzustellen.

Mit Einsatzhandschuhen wurden das Umstecken des Lungenautomats und das Wechseln des Lungenautomats geübt.

      

Danach ging es um die Rettung eines verunfallten AGTs (Atemschutzgeräteträgers) bei einem Kellerbrand unter „Nullsicht“ nach dem LAGE-Schema.

L = Lagefeststellung (beim Eintreffen des Sicherheitstrupps am Ort des Notfallgeschehens)

A = Atmung vorhanden?

G = Genügender Luftvorrat (im PA-Gerät)?

E = Erweiterte Erkundung

Nähere Information zum LAGE-Schema findet ihr bei Atemschutzunfälle.eu: http://www.atemschutzunfaelle.de/download/Ausbildung/Brandschutz-02-2008-LAGE-Schema.pdf

Ein Gruppenführer leitete den Einsatz, sein Führungsassistent unterstütze ihn bei der Atemschutzüberwachung der einzelnen Trupps.

Die „Nullsicht“ wurde mit OP-Schuhüberziehern auf den Masken der Teilnehmer simuliert.

     

Es wurden verschiede Schwierigkeiten wie Hindernisse oder Umgebungsgeräusche, die den Funkverkehr erschwerten, in die Übung eingebaut.

     

     

Dieses Video zeigt einen Eindruck dieser Übung:

 

Schnelle Rettung (Crash-Rettung)

Unter schneller Rettung versteht man die schnellstmögliche Rettung des Atemschutzgeräteträgers (AGT) aus dem Gefahrenbereich bzw. dem verrauchten Teil eines Gebäudes, damit z.B. eine medizinische Versorgung durch den Rettungsdienst vorgenommen werden kann.

Hier ging es wieder um das LAGE-Schema, die Ausrüstung des Sicherheitstrupps und wann z.B. eine schnelle Rettung nötig ist, danach wurden verschiedene Methoden zur schnellen Rettung gezeigt.

Eine sogenannte Crash-Rettung erfolgt, wenn z.B. bei verunfallten AGT keine Atmung mehr vorhanden ist.

     

     

 

Schonende Rettung

An der Station der schonenden Rettung ging es darum einen verunfallten AGT, z.B. gebrochenes Bein, auf eine schonende Art aus dem 2. OG zu retten.

Gebäude war ab dem ersten OG verraucht, Brand im zweiten OG.

Den Einsatz leitete wieder Einer der Teilnehmer als Gruppenführer, auch er wurde durch einen Führungsassistent unterstützt.

Der verunglückte AGT wurde nach dem die Luftversorgung sichergestellt war, dann mit der Schaufeltrage schonend gerettet, auch hier wurde das LAGE-Schema wieder angewandt.

     

     

 

Absuchen/Wärmebildkamera (WBK)

Hier ging es um die Eigenschaften und die Technik von Wärmebildkameras (siehe Gastartikelreihe zum Thema WBK: Wärmebildkamera – Grundwissen Technik)

Zu Verdeutlichung und besserem Verständnis wurde in verdunkelten und vernebelten Kellerräumen vorgegangen und das Sichtfeld durch die Atemschutzmaske eingeschränkt.

In den Räumen standen Behältnisse mit unterschiedlicher Füllmenge und Temperatur der Wasserfüllung, Spiegel und eine Übungspumpe, ebenso Heizungsrohre und Warmwasserleitungen.

     

 

Fazit

Alles in Allem eine sehr gelungen und lehrreiche Veranstaltung, die auch zeigte, wie man mit einfachen Mitteln solche Übungen am Standort durchführen kann.

Hier auch nochmal der Dank an das Trainer-Team von Atemschutzunfälle.eu und den Veranstalter.

 

Bilderquellen

Innenangriff.com Team

Thomas Weege von Atemschutzunfälle.eu

Andreas Rometsch

 




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