Helmkamera im Feuerwehrdienst – Die Helmkamera der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Imst

Andreas Mayr von der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Imst (Tirol/ Österreich) hat einen Gastartikel zu dem Thema ihrer Helmkamera und deren Technik geschrieben nach dem viele Fragen zu der Technik bei dem Artikel Video einer Helmkamera beim Innenangriff in Bauernhaus (Österreich) aufgetaucht sind.

 

Die Anforderungen an die Feuerwehren sind in den letzten Jahren ständig gestiegen. Auch die Technik entwickelt sich laufend weiter und somit muss sich auch das Know-how jedes einzelnen Feuerwehrmanns dementsprechend anpassen.

Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, war eine Umstrukturierung der Ausbildung unumgänglich. Nach reiflicher Überlegung kamen wir außerdem auf die Idee, Einsätze und Ausbildungen zu dokumentieren, um aus eventuellen Fehlern zu lernen und den jüngeren Kameraden einen Einblick ins Einsatzgeschehen geben zu können.

Eine schriftliche Dokumentation von Einsätzen hilft bei der Aufarbeitung enorm. Sind dazu noch Bilder vorhanden, wird die Aufgabe noch wesentlich leichter. Die hochwertigste Variante ist natürlich ein Video zur Veranschaulichung mancher Situationen. Deshalb entschieden wir uns eine Helmkamera anzuschaffen, um so den gesamten Ablauf unserer Tätigkeiten aufzuzeichnen.

Eine wesentliche Rolle bei dieser Entscheidung spielte auch der Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Mit dem entstehenden Videomaterial wäre es neben der Aufarbeitung von Einsätzen und Übungen auch möglich, der Bevölkerung einen realen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr zu geben.

Die schwierigste Entscheidung lag darin eine passende Helmkamera für unsere Anforderungen zu finden. Derzeit gibt es am Markt enorm viele verschiedene Kameramodelle, welche sich auf den ersten Blick jedoch nicht wesentlich voneinander unterscheiden.

Nach intensiven Recherchen im Internet, Testberichten und erstellten Vergleichen entschieden wir uns für eine GoPro® HD Hero 2 – Outdoor Edition.

 

Begründung:

  • Vielseitige Montagemöglichkeiten
  • Bildqualität (HD)
  • Hitzebeständigkeit (mehrere Berichte und Tests im Internet)
  • Kamera und Gehäuse nicht fix miteinander verbunden

 

Die Montage:

Die Kamera wird bei uns in Verbindung mit einem MSA Gallet F1sf® verwendet.  Zur Montage wurde dabei das sehr vielseitige Originalzubehör von GoPro® eingesetzt. Die Grundausstattung der Kamera setzt sich aus folgenden Teilen zusammen: Lithium-Ion Akku, Wasserdichtes Kameragehäuse (ca 60m), Kopfhalterung (Stirnband), Helmhalterung für belüftete Helme, 2 gebogene 3M Klebehalterungen, 2 gerade 3M Klebehalterungen, Drei-Wege Gelenksausleger, 2 Schnellverschlüsse und USB Kabel.

Nach Ermittlung der richtigen Position am Helm war die Montage mittels 3M® Klebehalterung und des Drei Wege Gelenksauslegers sehr rasch abgeschlossen. Zudem wurde ausschließlich beiliegendes Zubehör verwendet, das bedeutet, es entstehen keine weiteren Kosten für zusätzliches Montagematerial.

Helm mit Helmkamera   gopro_hdhero2

Helm_kamera_hinten  halterung_seitlich

 

Das Zubehör:

Die Zubehörliste der GoPro® ist sehr groß. Von allen möglichen zusätzlichen Halterungen bis zum erweiterbarem Zusatzakku oder Tauchgehäuse bekommt man so ziemlich alles.

zubehör  einschub_sd

Bei uns wurde zusätzlich zur Kamera eine 32 GB SD Speicherkarte (Klasse 10) und ein Ersatzakku mitbestellt. Seit kurzem besitzen wir auch das sogenannte Wi-FiBacPac®.

Dieses BacPac wird mit der Kamera verbunden und ermöglicht eine Fernsteuerung mittels Fernbedienung beziehungsweise über eine App mit dem Handy oder einem Tablet PC.

Laut Hersteller funktioniert diese Verbindung bei optimalen Bedingungen über eine Distanz von zirka 180 Meter.

wifibacpac  gopro_wifi1

 

Zusammenfassung:

Die GoPro HD Hero 2® ist eine sehr vielseitige Kamera, die besonders mit der einfachen und sehr vielseitigen Montage punktet. Die Qualität der Videos ist sehr gut und auch bei schlechten Bedingungen, wie zum Beispiel im Innenangriff, für unsere Anforderungen noch mehr als ausreichend.

Viele sind Überzeugung, dass die Kamera viel zu groß ist. Ich habe sie jetzt schon bei mehreren Einsätzen und Übungen am Helm mitgetragen und konnte überhaupt keine Beeinträchtigung feststellen. Rücksicht auf die Kamera habe ich eigentlich nie wirklich genommen, das heißt, ich bin auch schon oft mit ihr an irgendwelchen Hindernissen angestoßen. Bis Dato sind weder am Gehäuse noch an der Klebehalterung Beschädigungen festzustellen.

Die Akkulaufzeit liegt bei normalen Bedingungen bei zirka 3 Stunden. Wir hatten im Dezember einen Brandeinsatz im Schigebiet auf 1500m, bei welchem die Kamera im Innenangriff und Außenangriff im Einsatz stand. Dort kam sie jedoch aufgrund der extremen Temperaturunterschiede nur auf etwa 1 Stunde Einsatzzeit.

Das Wi-FiBacPac® konnten wir leider noch nicht unter realen Bedingungen verwenden, deshalb kann ich dazu aktuell noch keine Bewertung abgeben. Ich hoffe jedoch, dass eine Fernübertragung vom ATS-Träger zur Einsatzleitung nach außen möglich sein sollte.

Der Einsatz von Helmkameras im Feuerwehrdienst wird von vielen Seiten ziemlich kritisch betrachtet. Die größten Bedenken werden dahingehend geäußert, dass Fehler aufgezeigt werden und dadurch die Arbeit der Feuerwehr in der Öffentlichkeit schlecht gemacht werden könnte.

Ich bestreite nicht, dass neben den positiven Punkten auch alle negativen Handlungen einer Feuerwehr in solchen Videos erkannt werden, jedoch bin ich der Meinung, dass ein Video welches zur Veröffentlichung angedacht ist, gründlich begutachtet und eventuell zurechtgeschnitten werden muss.

Das gleiche passiert bei so ziemlich jeder Feuerwehrwebseite, dort wird auch nicht jedes Foto ohne Sichtprüfung online gestellt. Dies ist eine von vielen Tätigkeiten die allesamt unter dem Begriff „Öffentlichkeitsarbeit“ wieder zu finden sind.

Abschließend kann ich nur jedem eine solche Kamera für Ausbildungszwecke und/oder für die Öffentlichkeitsarbeit empfehlen.

Mit dem Hintergedanken nicht alles was gedreht wird gleich mit der ganzen Welt zu teilen.

 

Name: Mayr Andreas

Wohnort: Imst (Tirol, Österreich)

Mitglied seit 2001 bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Imst

Seit 2006 Atemschutzgeräteträger

Seit 2007 Sauerstoffschutzgeräteträger

Funktion in der Feuerwehr: Beauftragter für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit

 




3 Antworten : “Helmkamera im Feuerwehrdienst – Die Helmkamera der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Imst”

  1. Was ist de nn der unterschied zwischen asgt und Sauerstoffschutzgeräteträger?

  2. Hey,

    ich finde den Einsatz von Kameras im Einsatz für Schulungszwecke sehr gut. Besonders im ersten Angriff oder im Rettungsdienst bei „größeren Baustellen“ könnte es Sinn machen, die Handlungen der einzelnen Einsatzkräfte zu analysieren.

    So lässt sich sicherlich im Nachhinein eine gute Fehleranalyse betreiben und die Qualität langfristig bessern.
    Gibt es bereits Erfahrungen mit der Kamera im Feuer? (Sichtverhältnisse etc.)

    Besten Gruß

    Alex

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