Atemschutzübung – Schwerpunkt Atemschutzüberwachung und Funkverkehr

Heute möchte ich euch mal eine kurze Möglichkeit einer Atemschutzübung, mit dem Schwerpunkt Atemschutzüberwachung und Funkverkehr vorstellen. Diese Übung ist einfach realisierbar und ist dennoch sehr effektiv.

Vorbereitung

Für diese Übung benötigt man eine Gruppe und eine Löschgruppenfahrzeug mit 4 PA. Die Gruppe rüstet sich mit der kompletten persönlichen Schutzausrüstung aus. Der Angriffstrupp, sowie der Wassertrupp sind mit Atemschutzgeräteträger zu besetzen.  Funkgeräte sind für alle Trupps, sowie dem Gruppenführer, den Melder und dem Maschinisten vorzuhalten.

Der Übungsausbilder

Der Übungsausbilder erhält ebenfalls ein Funkgerät und ist während der Übung als „Universalstelle“ anwesend. Er kann um den Einsatzstress zu erhöhen die „fiktive“ Leitstelle, den Zugführer, die Einsatzleitung, den Notarzt, den Hausbesitzer etc. darstellen.  Dazu jedoch später noch mehr, befassen wir uns jetzt erst mit der Organisation und den Aufbau der Übung.

Das Übungsobjekt

Als Übungsobjekt kann z.B. das Feuerwehrgerätehaus genutzt werden. In diesem werden einfache DIN A4 Seiten aufgehängt, auf denen verschiedene Sachen stehen wie z.B.:

–          Rauchgrenze erreicht

–          Feuer

–          Kabel hängen von der Decke

–          Loch im Boden

–          Tür warm

–          Tür heiß

–          Tür heiß, Rauch kommt durch die Tür

–          Tür verschlossen

–          Holzdecke

–          Gasflasche

–          Person im Raum

–          Etc…

 

Wichtig ist jedoch auch das es Schilder gibt, welche belangloses darstellen, wie z.B.:

–          Blumen

–          Tisch

–          Stühle

–          Tür ist gelb

–          Tür ist rot

–          Etc…

Es sind der Phantasie keine Grenze gesetzt und vom Fettbrand bis zur Personensuche oder doch dem ABC GAU kann alles eingebaut werden.

Wenn man nun diese Zettel fertig beschriftet hat, werden diese im Gerätehaus (oder sonstigem Einsatzobjekt) verteilt und festgeklebt. Wichtig das auch z.B. Kabel die von der Decke hängen oben befestigt werden und nicht auf Augenhöhe, da der Trupp im Inneren ja schon sich realitätsnah umschauen soll. Die belanglosen Zettel dienen dazu, das der Trupp nicht annimmt, wo ein Zettel hängt das muss ich auch nach außen mitteilen, sondern das er abwägt. Welche Information ist wichtig und welche kann ich ignorieren.

Ablauf der Übung

Nach diesen Vorbereitungen kann die Übung auch schon los gehen. Die Gruppe begibt sich ins Fahrzeug und der Gruppenführer  erhält vom Übungsausbilder einen Einsatzauftrag. Hier kann man durch ein Bild vom Übungsobjekt und etwas kreativer Bearbeitung mit Bildbearbeitungsprogrammen oder Stiften das erste Bild etwas begreiflicher für den GF machen.

Nachdem der Einsatzauftrag abgegeben worden ist, ist der Gruppenführer dran seine Mannschaft entsprechend einzuteilen und die Lage abzuarbeiten. Um neben den Funksprüche der eigenen Trupps den Einsatzstress zu erhöhen und die Lage dynamisch zu halten , können durch den Übungsleiter immer wieder neue Situationen eingespielt werden, wie z.B. oben beschrieben meldet sich der Zugführer und möchte eine Lagemeldung oder im gleichen Gebäude ist ein Atemschutznotfall passiert. Aber es kann auch einfach sein, das der Übungsleiter als Hausbesitzer ankommt und hysterisch sich aufführt, da seine Frau noch im Gebäude ist. Auch hier gilt, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Die ganze Übung kann auch auf Zugebene durchgeführt werden.

Ende der Übung

Im Anschluss sollte in einer Besprechung auf die Funksprüche und die Atemschutzüberwachung eingegangen werden. Welche waren sinnvoll, welche waren evtl. überflüssig oder welche wurden vergessen? Was hat der Gruppenführer bei seiner Atemschutzüberwachung festgestellt ?  Konnte er eine Lagebild entwerfen ?

Um auch für die Trupps die sich nicht im Innenangriff befinden eine gute Übung darzustellen, empfiehlt er sich grundsätzlich eine Abriegelung aufzubauen und im Inneren Schilder mit „Schlauchplatzer“ sind für die Jungs draußen gute Alternativen.

Ich hoffe wir konnten euch eine kurze Möglichkeit einer schnellen Atemschutzübung mitteilen und freuen uns auf Feedback, wenn Ihre mal eine solche Übung mit eurer Wehr absolviert habt.

 




2 Antworten : “Atemschutzübung – Schwerpunkt Atemschutzüberwachung und Funkverkehr”

  1. Merci für die Anregung, ist sehr Empfehlenswert.

    Geht auch in geänderter Form mit Spaßfaktor, um den präzisen Funkverkehr zu üben (gesehen in einer JF): Eine Gruppe baut aus den Armaturen eines Löschfahrzeuges so ne Art Skulptur. In einem anderen Raum muss die zweite Gruppe diese Skulptur exakt, nach den Infos über Funk, nachbauen.

    • Hallo FB,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Die Funkübung lässt sich auch im aktiven Dienst gut abhalten. Wir benutzen da immer Legosteine, damit kann die eine Gruppe dann ein Haus/Wohnung nachbilden. Die andere Gruppe kann man dann nach Bedarf sehr gut mit Blindmasken durch ein Gebäude schicken.

      Gruß Pascal

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