Atemschutzüberwachung (ASÜ)

Das Thema Atemschutzüberwachung (ASÜ) wird oft noch vielerorts „heiß“ diskutiert, dabei geht es von der technischen Umsetzung bis zur Sinnhaftigkeit der ASÜ. Die Atemschutzüberwachung sollte aber als wichtiges taktisches Hilfsmittel verstanden werden.

Atemschutzüberwachung (ASÜ) wird auch als RZA bezeichnet, das für „Registrierung und Zeiterfassung von Atemschutzgeräteträgern“ steht.

 

Was versteht man unter Atemschutzüberwachung?

Die zutreffendste Definition stammt von Adrian Ridder und Ulrich Cimolino (Feuerwehr.de FAQ ASÜ):

„ASÜ ist ein taktisches Hilfsmittel des Einheitsführers (Fahrzeugführer: Gruppenführer, Staffelführer; nicht jedoch des Einsatzleiters – außer der Einheitsführer ist der Einsatzleiter!); unter dem Begriff versteht man die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Kontrolle und zur Unterstützung  der unter Atemschutz vorgehenden Trupps; sie beinhaltet insbesondere die Registrierung und die Zeitüberwachung des Atemschutzeinsatzes (RZA), sowie die Kontrolle des Aufenthaltsortes des Trupps und seiner Lage.“

Die FwDV 7 sagt dazu:

„Die Atemschutzüberwachung ist eine Unterstützung der unter Atemschutz vorgehenden Trupps bei der Kontrolle ihrer Behälterdrücke. Außerdem erfolgt eine Registrierung des Atemschutzeinsatzes.“

Die FwDV 7 spricht nur von einer Unterstützung des Trupps, was bedeutet, dass der Trupp bzw. jeder AGT für die Überwachung der Behälterdrücke immer noch selbstverantwortlich ist.

 

Warum ASÜ?

Der breiten Feuerwehröffentlichkeit wurde das Thema Atemschutzüberwachung während der Aufarbeitung des Unfalls von BM Stampe (Köln 1996) bewusst. Im Unfallbericht steht als Lösungsansatz eine „konsequente Atemschutzüberwachung und die Forderung der Aufnahme einer ASÜ in die überarbeitete FwDV 7.

Der Unfall des BM Stampe zeigte, dass eine ASÜ von Anfang an wichtig und notwendig ist, da keine Informationen über den Restdruck usw. bis zur Notfallmeldung „Einer von uns hängt fest und die Geräte sind fast leer“ vorlagen. Die ASÜ wurde erst später durchgeführt und die Informationen (Einsatzzeit, Namen) für den Trupp von BM Stampe wurden nur mündlich weitergegeben.

Die aktuelle FwDV 7 fordert daher klar und unmissverständlich:

„Bei jedem Atemschutzeinsatz mit Isoliergeräten und bei jeder Übung mit Isoliergeräten muss grundsätzlich eine Atemschutzüberwachung durchgeführt werden.“

 

Wer ist verantwortlich für die Atemschutzüberwachung?

FwDV 7 sagt:

„Der jeweilige Einheitsführer der taktischen Einheit ist für die Atemschutzüberwachung verantwortlich. Bei der Atemschutzüberwachung können andere geeignete Personen zur Unterstützung hinzugezogen werden. Geeignete Personen müssen die Grundsätze der Atemschutzüberwachung kennen.“

Unter den Einheitsführer wird der zuständige Gruppen- bzw. Staffelführer des Fahrzeuges verstanden.

Die geeigneten Personen für die Atemschutzüberwachung sind z.B. Melder (falls vorhanden) oder Maschinist. Sie müssen mit einem Handfunkgerät ausgestattet sein um den Einsatzverlauf und den Atemschutztrupp überwachen zu können. Der Einheitsführer kann nur die technische Ausführung (Unterstützung) der Atemschutzüberwachung übertragen, die Verantwortlichkeit für die ASÜ bleibt während des gesamten Einsatzes beim Einheitsführer.

Die kritischste Phase der Einsatz ist i.d.R. zu Beginn des Einsatzes, es gibt noch viele Unbekannte an der Einsatzstelle:

  • Wenig Einsatzkräfte an der Einsatzstelle
  • Lage unklar
  • Mehrere Aufgaben pro Einheit aufgrund eines eventuellen Einsatzkräftemangels zu Beginn

In der Anfangsphase sollte der Einheitsführer oder der Atemschutztrupp die Registrierung für die ASÜ selbst durchführen, da die anderen Einsatzkräfte oft mit anderen Aufgaben ausgelastet sind. Sollte die Registrierung durch den Trupp selber erfolgen, so muss der Einheitsführer diese überwachen bzw. auf ihre Richtigkeit kontrollieren.

Es bietet sich an die Atemschutzüberwachung bereits auf der Anfahrt durchzuführen bzw. zu beginnen (siehe Bilder) und im späteren Einsatzverlauf die Aufgabe an den Maschinist oder Melder zu übertragen, wenn diese etwas entlastet sind (z.B. Pumpe in Betrieb und Wasserversorgung für die Pumpe seht).

             

WICHTIG: Die Verantwortlichkeit für die Atemschutzüberwachung bleibt aber immer beim Einheitsführer.

 

Arten der ASÜ

Es wird zwischen zwei Arten von Atemschutzüberwachung unterschieden, der zentralen und der dezentralen ASÜ.

 

(Quelle: Jörg Anders)

Dezentrale Atemschutzüberwachung

Unter „dezentraler ASÜ“ wird die fahrzeugbezogene Atemschutzüberwachung verstanden, d.h. jeder Einheitsführer überwacht die von ihm eingesetzten Trupps. Die dezentrale ASÜ dient zur Erfüllung der Vorgaben der FwDV7 und für die Ermöglichung eines sicheren und koordinierten Einsatzverlaufs.

 

 

Zentrale Atemschutzüberwachung

Die „zentrale ASÜ“ wird durch einen „Gesamtüberwacher (meist mit Funktionskennzeichnung) durchgeführt. Er überwacht alle eingesetzten Atemschutztrupps an der Einsatzstelle von einem „zentralen Ort“ (z.B. ELW 1 usw.). Bei vielen Feuerwehren hat sich bei Übungen und Einsätzen gezeigt, dass  die zentrale Atemschutzüberwachung wenig geeignet ist, da die Menge an Informationen für eine einzelne Person zu umfangreich ist. Die zentrale ASÜ kann auch zu Brüchen in der Befehlskette führen, da sich der „Gesamtüberwacher“ auch zum „heimlichen Einsatzleiter“ entwickeln kann und die Einheitsführer von der Überwachung bzw. dem Informationsfluss bezüglich ihrer Trupps ausgeschlossen werden. Dieser Mangel der zentralen Atemschutzüberwachung tritt vor allem bei hochdynamischen Lagen wie z.B. einem AGT-Notfall auf.

Die zentrale ASÜ ist allerdings für besondere Lagen wie z.B. ABC-Einsatz mit festgelegtem Zugang und Zugangskontrollen, Brände in Tunnelanlagen usw. geeignet, da bei diesen Einsatzszenarien die Konstellationen andere sind als z.B. bei einem Wohnhausbrand. Bei diesen Sonderlagen kann aber auch ein einzelner Überwacher schnell mit der Informationsmenge überfordert werden. Mehr als 3 Trupps können nicht sinnvoll und effizient von einem Einzelnen überwacht werden, daher sollte man bei solchen Sonderlagen auch bei der zentralen Atemschutzüberwachung mit mehreren Überwacher arbeiten.

 

(zentrale ASÜ des AB Atemschutz der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Amberg)

 

Forderungen der FwDV 7 an die Atemschutzüberwachung

FwDV 7:

„Bei jedem Atemschutzeinsatz mit Isoliergeräten und bei jeder Übung mit Isoliergeräten muss grundsätzlich eine Atemschutzüberwachung durchgeführt werden.

Die Atemschutzüberwachung ist eine Unterstützung der unter Atemschutz vorgehenden Trupps bei der Kontrolle ihrer Behälterdrücke. Außerdem erfolgt eine Registrierung des Atemschutzeinsatzes.“

Die FwDV 7 sagt klar, dass bei jedem Einsatz und bei jeder Übung mit „schwerem Atemschutz“ eine ASÜ stattfinden muss. Die Atemschutzüberwachung ist nur ein Hilfsmittel und soll den Trupp bei der Kontrolle der Behälterdrücke unterstützen, also wie bereits oben angeführt bleibt der Trupp für die Kontrolle selber verantwortlich, dies muss aber schon in der Ausbildung trainiert und geübt werden.

Bei den Einsatzgrundsätzen für das Tragen von Isoliergeräten sagt die FwDV 7:

„An Einsatzstellen, an denen eine Gefährdung von Atemschutztrupps weitestgehend auszuschließen oder die Rettung durch einen Sicherheitstrupp auch ohne Atemschutz möglich ist, beispielsweise bei Brandeinsätzen im Freien, kann auf die Bereitstellung von Sicherheitstrupps verzichtet werden.“

Also darf bei bestimmten Einsätzen wie z.B. Containerbrand auf einen Sicherheitstrupp verzichtet werden, jedoch nicht auf die Atemschutzüberwachung!

 

Aufgaben der ASÜ nach FwDV 7

Nach der FwDV 7 soll die Atemschutzüberwachung mindestens folgende Punkte beinhalten:

„Nach einem und nach zwei Drittel der zu erwartenden Einsatzzeit ist durch die Atemschutzüberwachung der Atemschutztrupp auf die Beachtung der Behälterdrücke hinzuweisen.

Die Registrierung soll enthalten:

  • Namen der Einsatzkräfte unter Atemschutz gegebenenfalls mit Funkrufnamen
  • Uhrzeit beim Anschließen des Luftversorgungssystems
  • Uhrzeit bei 1/3 und 2/3 der zu erwartenden Einsatzzeit
  • Erreichen des Einsatzzieles
  • Beginn des Rückzugs

Für den Atemschutznachweis sind der Name des Atemschutzgeräteträgers, das Datum, der Einsatzort, die Art des Gerätes sowie die Atemschutzeinsatzzeit zu registrieren.“

Was bedeuten diese Angaben?

Vorgabe Bedeutung
Namen der Einsatzkräfte unter Atemschutz gegebenenfalls mit Funkrufnamen Namen der AGTs und die Funkrufnamen der einzelnen Atemschutztrupp sollen erfasst werden
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Uhrzeit und Druck beim Anschließen des Luftversorgungssystems Anfangsdruck (kann schon auf der Anfahrt erfasst werden) und die Uhrzeit bei Beginn des Einsatzes unter Atemschutz
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Erreichen des Einsatzzieles Druck und Uhrzeit beim Erreichen des Einsatzortes (Anmarschweg wurde abgeschlossen)
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Uhrzeit bei 1/3 der zu erwartenden Einsatzzeit Druck bei geschätzter Zeit, wo 1/3 des Luftvorrats verbraucht ist.Bei Erreichen muss der tatsächliche Druck beim Atemschutztrupp abgefragt werden.
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Uhrzeit bei 2/3 der zu erwartenden Einsatzzeit Druck bei geschätzter Zeit, wo 2/3 des Luftvorrats verbraucht ist.Bei Erreichen muss der tatsächliche Druck beim Atemschutztrupp abgefragt werden.
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Beginn des Rückzuges Druck und Uhrzeit bei Beginn des Rückzuges.Beachten: Doppelte Reserve für den Rückweg einplanen als für den Hinweg! ((„Druck zu Beginn“ – „Druck bei Erreichen des Einsatzzieles“) x 2 = „doppelte Reserve“; Beispiel: Beginn= 300bar, Erreichen des Einsatzzieles= 250bar => (300bar-250bar)x2= 100bar benötigte Reserve)
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Enddruck und Endzeit Druck und Uhrzeit, wenn Atemschutztrupp wieder sicher bei der ASÜ eingetroffen ist

 

Die 1/3 bzw. 2/3 der zu erwartenden Einsatzzeit ergeben sich aus den allgemeinen geschätzten Einsatzzeiten für die verschiedenen PA-Geräte aus der Fachliteratur und Erfahrungswerten:

 

Atemschutzgerät „Standard“-Einsatzzeit
1-Flaschen-PA (300 bar) 30 min
2-Flaschen-PA (200 bar) 30 min
Langzeit-PA (2-Flaschen-PA, 300 bar) 60 min
Kreislaufgerät 90 min (bei „120 min-Geräte) 180 min (bei 4 h-Geräten)

Quelle: Atemschutz (Reihe Einsatzpraxis, ecomed Sicherheit, 4. Auflage 2004)

 

Geht man von einem 1-Flaschen-PA mit 300 bar aus:

1/3 der zu erwartenden Einsatzzeit = 10 min (Berechnung: 30 min / 3 x 1)

2/3 der zu erwartenden Einsatzzeit = 20 min (Berechnung: 30 min / 3 x 2)

Die Druckabfrage des Trupps erfolgt nach 10 min (1/3 der zu erwartenden Einsatzzeit) und nach 20 min (2/3 der zu erwartenden Einsatzzeit).

Die tatsächliche Einsatzzeit hängt aber vom wirklichen Luftverbrauch der Trupps ab, dieser wird durch verschiedene Faktoren wie z.B. Stress, Hitze usw. beeinflusst und kann daher nicht pauschalisiert werden!

Die Zeitvorgaben in der FwDV 7 dienen nur als Anhaltspunkt.

Es gibt auch verschiedene Tabellen als Hilfsmittel für die Einsatzzeit und wann der Rückzug angetreten werden soll (für die Berechnung der Tabelle wurde ein Luftverbrauch von 50 l/min verwendet):

Die Tabellen wurden folgendermaßen berechnet:

Einsatzzeit = [Manometerdruck (bar) – Druck für den Rückmarsch (doppelte Reserve) (bar)] x Gesamtflascheninhalt (l) / Verbrauch (l/min)

Beispiel für eine PA-Flasche 300 bar und 6l Gesamtflascheninhalt:

Einsatzzeit = [270 bar – 60 bar] x 6 l / 50 l/min = 25,2 min => ca. 25 Minuten Einsatzzeit

Diese Tabellen dienen zwar als Hilfe, aber im Einsatz ist der Luftverbrauch aufgrund von Stress, Hitze und Anstrengung oft höher als 50 l/min!! Die ASÜ muss deshalb wirklich regelmäßig die Trupps überwachen.

 

Was ist wichtig für eine „gute“ Atemschutzüberwachung?

Die ASÜ dient als wichtiges taktisches Hilfsmittel für den Einheitsführer und sollte nicht nur die sture Druckabfrage beinhalten.

Eine gute Atemschutzüberwachung beinhaltet auch den Aufenthaltsort, die Lage im Gebäude, Gefahrenstellen (die der Atemschutztrupp entdeckt hat) usw. und verschaffen dem Einheitsführer einen Überblick über die Lage im inneren des Gebäude.

Der Atemschutztrupp sollte über Funk die ASÜ auch über das Betreten und das Verlassen des Gebäudes informieren, ebenso über die Etage in der er sich befindet bzw. über einen Etagenwechsel. Er sollte die Atemschutzüberwachung auch über einen Wohnungswechsel in einer Etage bei größeren Gebäuden benachrichtigen und für die genauere Bestimmung seines Standortes auch über den Raum den er betritt und durchsucht bzw. in dem er den Löschangriff startet. (z.B. „Angriffstrupp 1 betritt in der 3. Etage die rechte Wohnung“ und „Angriffstrupp 1 betritt den ersten Raum links in der Wohnung“ usw.)

Durch eine gute ASÜ weiß der Einheitsführer immer über den ungefähren Standort, sowie den Zustand des Atemschutztrupps und die Lage im Gebäude Bescheid. Diese Informationen sind bei einem Atemschutznotfall extrem wichtig für den Einsatz des Sicherheitstrupps.

In der Atemschutzüberwachung sollte auch der Sicherheitstrupp bzw. die Sicherheitstrupps erfasst werden, allerdings wird bei ihnen erst das Feld der „Uhrzeit beim Anschließen des Luftversorgungssystems“ noch offen gelassen und erst bei Beginn ihres Einsatzes notiert.

Für eine „gute“ Atemschutzüberwachung braucht man keine teuren ASÜ-Tafeln, allerdings unterstützen sie den Einheitsführer bei der ASÜ. Es reichen ein Stift, ein Zettel und eine Uhr.

Der Trupp ist für Korrektheit seiner Angaben selbst verantwortlich, denn nur durch korrekte Angaben kann eine gute Atemschutzüberwachung erfolgen. Diese “Eigenverantwortlichkeit” ergibt sich auch aus den allgemeinen Einsatzgrundsätzen der FwDV 7. Die ASÜ sollte nicht nur als taktisches Hilfsmittel für den Einheitsführer angesehen werden, sondern auch als Hilfsmittel für die Sicherheit des Trupps.

Die Atemschutzüberwachung kann auch ergänzend für die Einsatzdokumentation genutzt werden und dies sollte auch bei Atemschutznotfällen bzw. bei Unfällen beim Einsatz unter Atemschutz immer geschehen.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gut funktionierende ASÜ sind Führungskräfte, die führen und verantworten können.

Ebenso gut ausgebildete Einsatzkräfte, die auch die ASÜ lückenlos und problemlos führen können oder unter Atemschutz über Funk ihren ungefähren Standort im Gebäude mitteilen und nicht nur ihren Restdruck im PA-Gerät.

 

ASÜ-Systeme

Ein gutes ASÜ-System bzw. eine gute ASÜ-Tafel muss auch nachts um 3 Uhr bei Regen fehlerfrei funktionieren und einfach zu bedienen sein.

Zur Mindestausstattung für eine ASÜ-Tafel gehören:

  • eine (Digital-) Uhr
  • Felder zum Eintragen des Einsatzbereiches (Einsatzabschnitt), Bemerkungen usw.
  • Feld zum Eintragen des Namen des Einheitsführer und evtl. für den Namen mit der mit der Atemschutzüberwachung beauftragten Person
  • Informationen über die „Standard“-Einsatzzeiten (siehe oben)
  • Felder für die Dokumentation der Uhrzeiten und der Drücke (siehe oben) der jeweiligen Trupps
  • Felder zum Eintragen der Namen (falls keine Plaketten verwendet werden) der einzelnen Truppmitglieder (Empfehlung: 3 Namensfelder pro Trupp)
  • für jeden Trupp eine zuverlässige Kurzzeituhr (mind. 3 Kurzzeituhren für: 2 Einsatztrupps, 1 Sicherheitstrupp)

Vordrucke für die Atemschutzüberwachung findet man zahlreich im Internet.

Mechanische Kurzzeituhren haben sich der Praxis durch ihre Ausfallsicherheit und geringe Störungsanfälligkeit bewährt.

Es gibt hierfür zahlreiche Produkte wie z.B. die DRÄGER Regis 300, die MSA Control E, die Solinger-Tafel oder die RZA-Tafeln von Rescue-Tec.

Ein paar Systeme, die den Atemschutzgeräteträger im Einsatz bei seiner selbstständigen Überwachung unterstützen sollen, sind z.B. der DRÄGER Bodyguard II und der MSA ICU.

Plaketten

Plaketten dienen als Hilfsmittel für die schnelle Erfassung des Gerätetyps, für den Namen des Atemschutztruppmitgliedes und des Druckes des PA-Gerätes zu Beginn des Einsatzes.

Die Plaketten werden entweder an jedem PA-Gerät angebracht und die Gerätenummer sowie der Gerätetyp sind schon eingetragen. Es muss nur noch der Druck und der Name des Atemschutzgeräteträgers (AGT) eingetragen werden.

Eine andere Variante ist es die Schilder an jeden AGT zu verteilen, hier muss dann nur noch der Druck und die Gerätenummer bzw. auch der Gerätetyp erfasst werden, bereits vermerkt ist der Name des AGT.

Die Plaketten können an den meisten ASÜ-Tafeln zu dem jeweiligen Trupp „eingehängt“ bzw. zugeordnet werden und das Eintragen der Namen in der Tafel kann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Der Gerätetyp kann auch durch die Farbe der Plakette gekennzeichnet sein, z.B. gelbe Plakette für 1-Flaschen-Pressluftatmer mit 300 bar. Die Farbkennzeichnung des Gerätetyps ist aber nur sinnvoll, wenn die Plaketten an den entsprechenden Geräten angebracht sind oder innerhalb der Feuerwehr nur ein Gerätetyp verwendet wird (in diesem Fall besteht auch die Möglichkeit die Plaketten an jeden AGT zu verteilen s.o.). Für die zentrale Atemschutzüberwachung ist es sinnvoll eine ortsübergreifende Vereinheitlichung der Farbkennzeichnung einzuführen um ein Durcheinander und Falscheinträge bei der Erfassung der Daten für die ASÜ zu vermeiden.

 

Ausblick in die Zukunft

Bei der Vorführung des neuen AT (Modell: HLF 20/16) von Rosenbauer wurde uns ein ASÜ-System gezeigt, welches im LCS 2 von Rosenbauer programmiert werden kann und somit beim Maschinisten stattfindet. Wie das System in Zukunft ausschaut oder ob es tatsächlich in dieser Form oder überhaupt umgesetzt wird ist noch nicht klar.

         

 

Fazit

Eine Atemschutzüberwachung muss und sollte stattfinden und sollte auch über das sture Abfragen des Flaschendrucks hinausgehen. Das ASÜ-System sollte verlässlich sein und einfach zu bedienen (auch um 3 Uhr nachts und bei Regen). Es muss als Unterstützung des Einheitsführers zum Überwachen seiner Atemschutztrupps verstanden werden und nicht als Alibifunktion, weil es in der FwDV 7 steht und gefordert ist. Die Atemschutzüberwachung ermöglicht es die Sicherheit der Atemschutztrupps im Innenangriff zu erhöhen und wichtige Informationen zu liefern.

 

Die Verantwortlichkeit für die Atemschutzüberwachung bleibt aber beim Einheitsführer.

 

 Der Trupp ist für Korrektheit seiner Angaben selbst verantwortlich! (“Eigenverantwortlichkeit”)

 

Von der Atemschutzüberwachung hängt das Leben des Trupps ab.

Eine fehlende, schlechte oder unvollständige ASÜ kann im Notfall tödlich für den Trupp sein.

 

In diesem Sinne:

GOTT ZUR EHR, DEM NÄCHSTEN ZUR WEHR!

UND EINE GUTE UND GESUNDE RÜCKKEHR ZUR WACHE!

 

Quellen:

 


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5 Antworten : “Atemschutzüberwachung (ASÜ)”

  1. Thomas R. sagt:

    Hallo liebes Innenangriff-Team,
    guter und informativer Artikel zu einem sehr komplexen und wichtigen Thema im Bereich Atemschutz.
    Ich würde nur unter der Überschrift “Was ist wichtig für eine „gute“ Atemschutzüberwachung?”, die Wörter “sollte” gegen “muss” austauschen.
    Wenn der Trupp dem Einheitsführer nicht mitteilt, dass er den Raum, die Etage oder gar das Gebäude wechselt/verlässt, hat der SiTr keine Chance den Trupp im Notfall rechtzeitig zu finden.

  2. Christian Pannier sagt:

    Sehr guter und recht umfassender Artikel. Kompliment!

  3. Hallo liebes Innenangriff Team.

    Erstmal großes Kompliment an euch, für diesen Artikel.
    Daumen hoch.

    Nun meine Anmerkung…….:

    Am Ende des Artikels sprecht Ihr die “neuartige” Atemschutzüberwachung von Rosenbauer an. (Digital etc.)

    Es wäre mal interessant noch mehr
    “Moderne,digitale” Systeme kennen zulernen.
    Wir in Waltrop benutzen seit gut 1 1/2 Jahren die Atemschutztelemetrie der Firma MSA Auer.

    Ich als eigener Anwender finde natürlich positive und kleine negative Argumente für die doch recht teure ASÜ.
    Vielleicht wäre ein Artikel über moderne Systeme noch interessant?

    Sollte Ihr Interesse an einen Artikel haben oder mehr wissen wollen über das System. Einfach anschreiben.
    PS:Meines Wissens arbeitet die BF Münster ebenfalls mit diesen System.

    Gruß
    Stephan Saleske

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