Umfrage: Notsignalgeber – sinnvoll oder nicht?

Leider kommt es immer wieder zu Unfällen im Innenangriff bei denen Feuerwehrmänner/-frauen bewusstlos zusammenbrechen, die Orientierung verlieren, in Panik geraten, abstürzen oder auch verschüttet werden. Wenn dies in einem total verrauchten Bereich geschieht und der Atemschutzgeräteträger (AGT) somit nicht auffindbar ist und er auch seinen Standort nicht über Funk mitteilen kann, bedeutet das nahezu den sicheren Tod für Ihn. Jedoch gibt es technische Möglichkeiten um Ihn dann doch zu lokalisieren bzw. sichtbar zu machen und eine Rettung damit zu beschleunigen. Die Geräte, die dies ermöglichen, nennen sich Notsignalgeber.

Notsignalgeber werden auch oft als Totmannwarner oder Bewegungslosmelder bezeichnet.

Die Aufgabe der Geräte ist einfach erklärt:

Bleibt der AGT eine gewisse Zeit regungslos löst ein Voralarm aus, bewegt sich der AGT dann nicht löst der Vollalarm aus. Notsignalgeber können bzw. sollten aber auch manuell ausgelöst werden können, wenn es zu einem Notfall kommt.

Moderne Geräte signalisieren nicht nur akustisch, sondern auch optisch. Diese Signale sollen dem Sicherheitstrupp bei Auffinden des AGTs bzw. des Atemschutztrupps helfen, dies funktioniert aber auch nur wenn die Geräte vor dem Einsatz aktiviert wurden.

Es gibt mittlerweile viele verschiedene Ausführungen von Notsignalgebern, z.B. Geräte mit Schlüssel und/oder Temperatursensor, den DRÄGER Bodyguard usw.

 

Umfrage:

Findet ihr Notsignalgeber sinnvoll?

Ergebnis

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Habt Ihr an den PA-Geräten Notsignalgeber?

Ergebnis

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Für mich sind die Geräte absolut sinnvoll und gehören zum Stand der Technik.

Notsignalgeber sollten sich heutzutage an allen PA-Geräten (Pressluftatmer-Geräte) befinden.

Gerne dürft Ihr auch ergänzend zu den Antworten einen Kommentar hinterlassen.

 

 




12 Antworten : “Umfrage: Notsignalgeber – sinnvoll oder nicht?”

  1. Wir haben an allen PA auf dem ersten LF MSA Firefly. Damit wir das aktivieren nicht vergessen, sind an den Schlüsseln die Namensschilder für die Atemschutzüberwachung angebracht.
    So denkt der Maschinist zumindest immer daran. Meiner Meinung nach eine sehr gute Variante.

  2. Wir haben die Totmannwarner schon seit einigen Jahren an allen PA´s die auf den Fahrzeugen verlasteten sind. Ich finde Die Geräte haben ihren festen Platz in unserem Atemschutzkonzept gefunden und sind bei unseren Atemschutzgeräteträgern akzeptiert.

  3. In unserer Gemeinde sind an allen PA´s auf den Fahrzeugen Interspiro Superpass II angebracht. Damit keiner den Schlüssel vergisst, sind alle Schlüsselbänder in den PA Halterungen befestigt, so dass beim herausnehmen des PA´s der Notsignalgeber automatisch aktiviert wird.
    Sollte meiner Meinung nach heute zum Standard jeder Feuerwehr gehören.
    Ein Stück mehr Sicherheit für einen überschaubaren Anschaffungspreis.

  4. Ein Problem bezüglich Akzeptanz und Sicherheit sind die unterschiedlichen Gerätetypen, von denen einige meiner Meinung nach unbrauchbar sind, aber seltsamerweise trotzdem von Feuerwehren gekauft werden.

    Folgende Eigenschaften sollte das Gerät haben

    – Ein- und Ausschalten mittels Schlüssel (es gibt Möglichkeiten, den Schlüssel so zu präparieren, dass er nicht vergessen werden kann 😉

    – einfache Alarmquittierung ohne Schlüssel (Alarm wird z.B. mittels Knopfdruck quittiert, Gerät bleibt aber weiterhin aktiv; siehe z.B. Göttingen wo der verunfallte AGT am Weg nach draußen von einem Trupp wieder verloren wurde)

    – der Melder sollte problemlos an- und abgebaut werden (im CSA-Einsatz ist das Teil i.d.R. nicht notwendig, zudem kann es vorkommen, dass Atemschutzwerkstätten erwarten, dass die Geräte ohne das Teil angeliefert werden)

    – der Bewegunglosmelder muss Alarm schlagen können, wenn sich jemand nicht mehr bewegt. Alle anderen Funktionen (z.B. Temperaturanzeige, Restluftanzeige) sind unnötig (und machen das Gerät vermutlich nur fehleranfälliger und wartungsaufwändiger)

    • Hallo Markus!

      Ich gebe dir vollkommen Recht in Bezug auf die Funktionen und unterschiedlichen Gerätetypen.
      Die Vielfalt an Typen und Variationen der einzelnen Geräte am Markt ist mittlerweile sehr groß.

      Eine Schlüsselfunktion halte ich aber für nicht unbedingt notwendig.

      Gruß Florian

  5. Solange Gemeinde es nicht schafffen, vollständige, moderne PSA für ihre AGT zu beschaffen, solange völlig überalterte PSA nicht ausgetauscht wird, solange werden solche wichtigen Ausrüstungsteile aus monetären Gründen nicht beschafft. Wie die ersten Abstimmungen zeigen, wollen die AGT alle diese Notsignalgeber, doch die Entscheider/Beschaffer sehen diese aber als teure Spielzeuge an…

  6. Warum werden diese Geräte nicht zur Pflichtausstattung nach Norm erklärt?

  7. Andreas sagt:

    Ich finde die Aussagen hier etwas pauschal. Wir sind eine Wehr in einer ländlichen Region (Gemeinde und auch Nachbargemeinden) mit vielen 1 bis max 4 Parteienwohnhäusern. Im gewerblichen Bereich sind es meist Klein- bis Mittelständler. Was ich sagen will: wir haben in der Regel sehr überschaubare Gebäude und Brände.
    Ich bin seit Jahren Ausbilder im Bereich Atemschutz, Notfalltraining und Innenangriff. Mein Ausbildungsstand und meine Ausbildung würde ich selbst als durchaus modern und auf dem Stand der Technik bezeichnen. Aus diesem Grunde war ich auch immer Befürworter von Notfallsignalgebern. Nach einigen Einsatzübungen mit diesen kleinen Helfern muss ich meine Meinung allerdings etwas neutralisieren. Es gibt hier nicht nur Vorteile sondern auch klare Nachteile. Die Vorteile sollten hinreichend bekannt sein. Hier mal ein paar festgestellte Nachteile:
    – In Räumen/Gebäuden die nur spärlich mit Gegenständen bestückt sind (Gewerbeobjekte) wird der Ton so stark von den Wänden reflektiert, dass eine eindeutige Ortung kaum möglich ist. Wir hatten Fälle mit einem verwinkelten Flur und mehreren abgehenden großen Räumen. Die Sicherheitstrupps haben erst in den Räumen gemerkt, dass sie im falschen Raum sind.
    – Die optische Signalisierung ist überflüssig. Entweder ist die Sicht so schlecht, dass es einfach nicht zu sehen ist oder der Verunfallte liegt so, dass eine Sicht des Signales nicht möglich ist. Nur in unmittelbarer Nähe macht das Sinn – und in dem Fall ist das Signal auch so laut, dass klar ist wo derjenige liegt.
    – Ansprechbarer Verunfallter: Eine Funkverbindung ist nicht möglich (zumindest im alten 2m Band) Keiner der Beteiligten versteht etwas.
    Nun stellt sich also die Frage ob diese Nachteile den Vorteilen überwiegen. Das denke ich, muss jeder für sich entscheiden. Wir gehen bei allem was wir in der Feuerwehr üben in der Regel vom größten möglichen Schadensfall aus – also in diesem Falle auch das beide Truppmitglieder verunfallen und nicht mehr in der Lage sind eine qualifizierte Rückmeldung zu geben (und ich bin Verfechter von 3er Trupps bei dem was wir heute alles mit in den Innenangriff nehmen). Ist das realistisch? Sicher. Aber wie Wahrscheinlich?
    Meckern ohne Gegenvorschlag ist immer nicht gerne gesehen darum auch von mir eine Idee. Ich halte eine Wärmebildkamera für das weitaus bessere und schnellere Gerät um einen verunfallten Trupp zu finden. Für 50 Notfallsignalgeber bekommt man schon eine brauchbare Wärmebildkamera mit Mehrwert nicht nur für den Sicherheitstrupp.
    Bleibt noch das Thema wie erfahre ich von dem Notfall. Mal ehrlich, haben wir hier nicht eher ein organisatorisches Problem (Kommunikation zwischen Trupp, Atemschutzüberwachung und Einheitsführer)? Es stellt sich auch die Frage ob der Signalgeber dabei behilflich ist. Beispiel: Brand eines Zweifamilienhauses im Obergeschoss. Ein Atemschutztrupp im Einsatz. Wer bitte soll das Signal im Außenbereich bei der Geräuschkulisse die wir da draußen haben (laufende Pumpen, Nachrückende Kräfte) hören?
    Ich kann mich im Moment nicht zu der einen oder anderen Version hinreißen lassen. Bin ein wenig ratlos. Eine Festschreibung halte ich einfach nicht für Sinnvoll. Wenn Sie allerdings etwas allgemeiner formuliert wäre damit mehrere Optionen zur Wahl stünden wäre ich wieder dafür.

    • Hallo Andreas!

      Notsignalgeber sollen den AGT noch ein wenig mehr Sicherheit mit auf den Weg geben und kosten heutzutage auch nicht mehr die Welt.

      Zu deinen Nachteilen:

      – In Räumen/Gebäuden die nur spärlich mit Gegenständen bestückt sind (Gewerbeobjekte) wird der Ton so stark von den Wänden reflektiert, dass eine eindeutige Ortung kaum möglich ist. Wir hatten Fälle mit einem verwinkelten Flur und mehreren abgehenden großen Räumen. Die Sicherheitstrupps haben erst in den Räumen gemerkt, dass sie im falschen Raum sind.

      Ja, aber bei vielen Gewerbeobjekten ist es nicht so.

      – Die optische Signalisierung ist überflüssig. Entweder ist die Sicht so schlecht, dass es einfach nicht zu sehen ist oder der Verunfallte liegt so, dass eine Sicht des Signales nicht möglich ist. Nur in unmittelbarer Nähe macht das Sinn – und in dem Fall ist das Signal auch so laut, dass klar ist wo derjenige liegt.

      Zur Verbesserung der Sicht gibt es verschiedene Methoden, wie z.B. taktische Ventilation.

      – Ansprechbarer Verunfallter: Eine Funkverbindung ist nicht möglich (zumindest im alten 2m Band) Keiner der Beteiligten versteht etwas.

      Deshalb sollte der Notsignalgeber auch eine „Alarm-Reset“-Funktion besitzen und dadurch wieder eine „störfreie“ Kommunikation ermöglichen.

      Bleibt noch das Thema wie erfahre ich von dem Notfall. Mal ehrlich, haben wir hier nicht eher ein organisatorisches Problem (Kommunikation zwischen Trupp, Atemschutzüberwachung und Einheitsführer)? Es stellt sich auch die Frage ob der Signalgeber dabei behilflich ist. Beispiel: Brand eines Zweifamilienhauses im Obergeschoss. Ein Atemschutztrupp im Einsatz. Wer bitte soll das Signal im Außenbereich bei der Geräuschkulisse die wir da draußen haben (laufende Pumpen, Nachrückende Kräfte) hören?
      Ich kann mich im Moment nicht zu der einen oder anderen Version hinreißen lassen. Bin ein wenig ratlos.

      Im Außenbereich wird man es nicht hören, aber was ist, wenn der Strahlrohrführer gerade so richtig schön beim „Löschen“ ist und der Kamerad bzw. Kameradin hinter ihm plötzlich umkippt und regungslos liegen bleibt?
      Der Notsignalgeber gibt ihm dort dann ein Signal, dass das Leben retten kann.
      Der Aufenthaltsort des Trupps in einem Gebäude sollte so gut wie möglich dem Einheitsführer und der Atemschutzüberwachung bekannt sein, wobei der Einheitsführer für die ASÜ verantwortlich ist und bleibt. (siehe hierzu meinen Artikel zum Thema ASÜ: http://www.innenangriff.com/2011/10/15/atemschutzueberwachung-asue/)
      Die Notsignalgeber mit „Alarm-Reset“-Funktion können zurück gestellt werden und bei Bedarf zur Hilfe für den suchenden Trupp wieder aktiviert werden.
      Die Kommunikation der Trupps untereinander und mit dem Einheitsführer bzw. der Atemschutzüberwachung ist wichtig und sollte ständig stattfinden!!!

      Meine Meinung ist: Notsignalgeber sind ein wichtiges kleines Hilfsmittel und bieten den Trupps noch etwas mehr Sicherheit im Innenangriff.

  8. Tobias D. sagt:

    Ich kenne aus eigener Erfahrung unter anderem die Interspiro Superpass II.
    Eine bei uns „simple“ Lösung war das Anbinden der Schlüssel an die jeweilige Atemschutzgeräteaufnahme im Fahrzeug. Insbesondere bei den einfach zu entfernenden Schlüsseln der Interspiro-Geräte ist das Vergessen des Aktivierens kein Problem mehr, da beim Aussteigen aus dem Fahrzeug (bzw. weglaufen von der Halterung) der Schlüssel einfach im / am Fahrzeug bleibt.

  9. bei uns sind die totmannmelder in den funkgeräten mit integriert

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