Die Feuerwehrleine – Fakten und Anwendungen

Jeder von uns kennt sie und hat schon mit ihr gearbeitet: Die Feuerwehrleine nach DIN 14920. Sie ist fester Bestandteil auf jedem Löschfahrzeug. In unseren Feuerwehren kursieren einige unterschiedliche Namen: Fangleine, Arbeitsleine, Strick und vieles mehr. Zu ihr gehört ein Feuerwehrleinenbeutel mit Tragleine nach DIN 14921.

 

 

Fakten zur Feuerwehrleine DIN 14920

–          Länge:                   30 m

–          Durchmesser:    10 mm

–          Farbe:                   Weiß

–          Dehnung:            min. 4,5 %

–          Max. Zugkraft:     14 kN ≈ 1,4 t

–          Besteht aus Polyesterfasern

Feuerwehrleinen können vielseitig eingesetzt werden und dienen hauptsächlich zur Menschenrettung, Eigenrettung, Rückwegsicherung, Sicherung/Transport von Geräten, sowie zum Absuchen von Räumen, wie im erschienenen Artikel „Suchtechniken“ nachgelesen werden kann.

WICHTIG: Die Feuerwehrleine ersetzt keine Absturzsicherung nach EN 354.

Jeder Feuerwehrangehörige sollte im Innenangriff eine Feuerwehrleine mitführen, um schlimmstenfalls bei Verlust des Partners, weiterhin eine Leine verfügbar zu haben. Außerdem benötigt man bei manchen Einsätzen mehr als eine Feuerwehrleine.

Transport der Feuerwehrleine

Beim Feuerwehrleinenbeutel nach DIN 14921 müssen Tragemöglichkeiten gegeben sein, wie zum Beispiel Öse, Haken und Trageriemen. Weiterhin muss die Leine im Inneren des Beutels befestigt werden können, um den Verlust, oder das Auslaufen der Leine zu verhindern.

Heutzutage gibt es viele unterschiedliche Modelle und Ausführungen auf dem Markt. Es besteht die Möglichkeit der Befestigung am Atemschutzgerät oder am Feuerwehrhaltegurt, sowie als Beintasche. Allerdings birgt die Befestigung am Atemschutzgerät auch Risiken, da nicht immer sichergestellt werden kann, dass der Feuerwehrangehörige seine eigene Leine lösen kann. Viele dieser Leinenbeutel entsprechen nicht der DIN 14921 sondern sind eigentlich für Führungsleinen gedacht. In einem späteren Artikel soll auf die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Beutel eingegangen werden.

Um das ungewollte Auslaufen von der Feuerwehrleine zu verhindern, ist besonders die richtige Packweise des Beutels entscheidend. Wie das genau funktioniert findet ihr hier später. Es folgt ein Artikel zum richtigen Packen des DIN-Leinenbeutels.

 

Mehrzweckleine

Außerdem gibt es bei der Feuerwehr noch die Mehrzweckleine (früher Arbeitsleine). Sie dient für alle weiteren Aufgaben, wie zum Beispiel Sichern von Schlauchleitung, Saugleitung und Tauchpumpen. Wenn die Mehrzweckleine nicht komplett rot eingefärbt wurde, müssen mindestens die Enden 1 Meter lang rot markiert sein. Sie muss minimal 20 Meter lang sein und eine Höchstzugkraft von 7 kN aufweisen.

 

Prüfung und Wartung

Jede Feuerwehrleine muss nach dem Einsatz gesäubert und optisch überprüft werden. Außerdem muss sie einmal im Jahr von Sachkundigen geprüft werden, hierzu gehört zum Beispiel der ausgebildete Gerätewart. Spätestens nach 20 Jahren, oder einem Sturz in die Feuerwehrleine, muss diese ausgesondert werden oder kann ggf. als Mehrzweckleine weiter genutzt werden, müssen aber dann dementsprechend gekennzeichnet werden.

 

Quellen

DIN 14920
DIN 14921

 




5 Antworten : “Die Feuerwehrleine – Fakten und Anwendungen”

  1. Jö rn sagt:

    Ich finde es gut, dass sich endlcih mal jemand mit diesem echt wichtigem Thema beschäftigt – Danke an Benjasmin

  2. S. Koopmann sagt:

    Gelungener Bericht Mr. Tschirley! 🙂

  3. Wieder ein gelungener Artikel!
    Eine kleine Ergänzung hätte ich noch: Eine Feuerwehrleine nach DIN14920 hat keine dynamische Eigenschaft und ist daher nicht zum Auffangen von Stürzen geeignet. Ebenso hält sie nicht bei einer Belastung durch einen Sturz über scharfe Kanten, wie z.B.: von Dachziegeln, Stahlwinkeln, Bleche, etc. Materialbedingt ist die Leine auch ziemlich Temperaturempfindlich… Meines Wissens liegt die Grenze so um 250°C. Evtl. sogar noch weniger.

  4. Guter Beitrag. Eigentlich sollten Feuerwehrleinen sogar zur Grundausstattung in größeren Bürogebäuden gehören. Und zu Hause sollte man für den Fall der Fälle eigentlich auch eine haben.

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